Impressionen der bisherigen BEMD Jahreskongresse

BEMD Jahreskongress 2019

Weitergehende Digitalisierung ist für Energiemarktdienstleister (EMDL) alternativlos

Smarte Technologietrends und deren Einfluss auf das EMDL-Geschäftsmodell beim 4. BEMD Jahreskongress in Magdeburg

Apps und Trends bei Verbrauchern, eine blockchainbasierte Plattform für den individuellen Ökostrommix und IoT Lösungen, die in diversen Ansätzen die unterschiedlichsten Geschäftsbereiche effizienter und somit effektiver gestalten können – rund 70 Teilnehmer haben die Vorträge beim 4. BEMD Jahreskongress am 4.4. zu den Themen Mehrwerte, Smarte IoT Netzwerke und Blockchain verfolgt. In Workshops wurden gemeinsam Konzepte und Ideen auf Basis des Digital Innovation Model erarbeitet. Die zentrale Fragestellung des Jahreskongresses war, welche Auswirkungen die Digitalisierung auf das Geschäftsmodell der Energiemarktdienstleister hat.

Technologietrends wie IoT, Automatisierung und Standardisierung bestimmen das Geschäftsmodell der Energiemarktdienstleister immer stärker
Da energiewirtschaftliche Prozesse zunehmend vielschichtiger und komplexer werden, ergeben sich neue Herausforderungen im Rahmen von Automatisierung und Standardisierung. Die Umstellung des Geschäftsmodells der Energiemarktdienstleister dahingehend wird zunehmend notwendig, es ergeben sich daraus aber auch neue Chancen für die Energiemarktdienstleister. Die möglichen Anwendungsgebiete neuer Technologien diesbezüglich reichen vom Smart Meter bis zum Smart Grid. Eine digitale Infrastruktur durch Smart Homes, Smart Buildings und Smart Cities und die damit mögliche Vernetzung von Prozessen ist für die gesamte Energiewirtschaft nicht nur hilfreich, sondern angesichts neuer Herausforderungen auch zukunftsweisend. Aktuelle Lösungen, wie beispielsweise LoRaWAN, bedeuten keinesfalls das Ende der Forschungsphase oder eine finale Umstellung der Geschäftsmodelle der Energiemarktdienstleister auf diese Lösungen – die Anwendungsbereiche der aktuell entwickelten Technologien werden allerdings zukünftig weit über eigentliche energiewirtschaftliche Prozesse hinausgehen. IoT-Lösungen können heutzutage bereits beispielsweise in der Chemieindustrie zur Messung von Ablagerungen in Rohren oder in der Konstruktion zur Nachverfolgung bestimmter Bauteile genutzt werden. Die Strategievorträge konfrontierten die Teilnehmenden mit einer Realität, die sie in ihren Unternehmen bereits täglich betrifft: Die durch die Digitalisierung angestoßenen Entwicklungen des smarten Energiemarkts bedingen eine Weiterentwicklung des Geschäftsmodells der Energiemarktdienstleister – perspektivisch sozusagen sogar bis hin zum „Infrastruktur(markt)dienstleister“.

Digitalisierung als Disruption?
Digitale Mehrwertdienste bestimmen die Zukunft. Um diese anbieten zu können sowie die damit einhergehenden Herausforderungen zu bewerkstelligen, ist allerdings auch ein aufwändigeres Datenmanagement notwendig. Der Einsatz von - im Idealfall standardisierten - IT-Lösungen, die es Nutzern erlauben, automatisierte Prozesse im Rahmen des Datenmanagements zu überwachen und bei Bedarf zu steuern, wird daher zunehmend unausweichlich. Die abschließende Podiumsdiskussion, die sich aufbauend auf die Workshops mit der Thematik des IT-Enabling befasste, vereinte Perspektiven aus Vertrieb, neuen Geschäftsfeldern und IT gegenüber der Frage, ob die Auswirkungen der Digitalisierung und damit einhergehende Änderungen des Geschäftsmodells der Energiemarktdienstleister zu befürchten seien. Die Teilnehmer einigten sich angesichts des durch die Digitalisierung angetriebenen Wachstumsmarktes der Energiemarktdienstleistungen auf einen gemeinsamen, der Zukunft entgegen gerichteten Blick. Es ist an der Zeit, sich auf Standardisierung von Software, technologische Innovationen und das damit einhergehende Change Management zu fokussieren – denn die Digitalisierung ist alternativlos.

Format des BEMD Jahreskongresses kommt an
Das neue Format des BEMD Jahreskongresses mit einer stärkeren thematischen Vertiefung fand Anklang unter den Teilnehmern und wird zukünftig beibehalten. „Das neu aufgesetzte Veranstaltungsformat des BEMD Jahreskongress stärkt den Austausch unter den EMDL in Deutschland und fokussiert deren aktuelle Herausforderungen. Zentrale Aspekte zur Neuausrichtung der Geschäftsmodelle von EMDL, insbesondere im Umgang mit Public-Cloud-Diensten, des demographischen Wandels sowie neu aufzusetzender moderner Plattform-Ökonomien, wurden von den Teilnehmern interessiert aufgenommen“, berichtet Timo Dell, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des BEMD. Diesen Eindruck bestätigt auch das diesjährige Live-Voting während der Veranstaltung: insgesamt bewerteten die Teilnehmer die Organisation, Themenauswahl und den Gesamteindruck jeweils mit mindestens vier von fünf Sternen. Besonders überzeugte dieses Jahr die Moderation, fast 90% der Teilnehmer empfanden diese als (sehr) gut. „Die Beteiligung etablierter Software-Hersteller, aber auch neuer Player sowie der Einsatz moderner Workshops-Methoden machen den Kongress innovativ und bereiten große Vorfreude auf den nächsten Jahreskongress im kommenden Jahr“, resümiert Dell.

 


 

BEMD Jahreskongress 2018

Geschäftsfeld der Energiemarktdienstleister auf Wachstumskurs

Chatbot, Sprachassistenten oder Blockchain: Der 3. Jahreskongress des Bundesverbands der Energiemarktdienstleister (BEMD) in Mannheim beschäftigte sich intensiv mit neuen Wegen der Kundenkommunikation. Der Verband will weiter wachsen und öffnet sich für Energieversorger, die vom Netzwerk der Dienstleister profitieren wollen.

Diskutierten über den Markt und die Zukunft des Verbandes (von links): Dr. Hermann Janning (Moderator), Timo Dell (stellvertretender BEMD-Vorstandsvorsitzender) und Dietmar Sperfeld (BEMD-Vorstandsvorsitzender).

Am Ende der Veranstaltung fasste der Moderator, Dr. Hermann Janning, für die rund 120 Teilnehmer das umfangreiche Tagungsprogramm in vier Punkten so zusammen: Das Betätigungsfeld für die Dienstleister der Energiewirtschaft wird größer, auf der anderen Seite steigt die Veränderungsgeschwindigkeit rasant und die zunehmende Individualisierung des Energievertriebs sorgt für immer speziellere Lösungen. Hinzu kommt ein hoher Veränderungsdruck bei den Mitarbeitern, um den neuen Herausforderungen gewachsen zu sein.

Letzteres beschrieb der Vorstand der MVV Energie, Hansjörg Roll, so: „Wir entwickeln in einigen Unternehmsbereichen eine Start-up-Kultur.” Vor zehn Jahren sei die Kundenkommunikation „trist, grau und langweilig” gewesen. Heute bedeute Produktentwicklung einen klaren Kundenfokus, ständige Interaktion, der Einsatz von immer komplexeren Lösungen und eine schnelle Umsetzungsdynamik, so Roll.

Der Amazon-Mitarbeiter Thomas Menthe ist sich sicher: Die Energiewirtschaft steht vor der größten Disruption seit Einführung der Elektrifizierung. Der beim amerikanischen IT-Konzern für die Themen Utility und Energy zuständige Manager sieht große Chance für eine weitere Digitalisierung der Kommunikation. „Kunden sind geplagt von langen Wartezeiten zur Lösungsfindung”, betonte er in Mannheim. Um die Kundenbindung zu verbessern, sei eine persönlichere Ansprache vonnöten.

Für den Einsatz künstlicher Intelligenz und einer weiteren Automatisierung sieht Menthe zahlreiche Ansatzpunkte in den Geschäftsfeldern eines Energieversorgers, egal ob es digitale Assistenten im intelligenten Zuhause sind, das Predictive Maintenance im Anlagenbetrieb, genaue Analysen und Vorhersagen durch Machine Learning bei der Auswertung von Smart-Meter-Daten, der Automatisierung des Energiehandels über Algorithmic Trading oder dem Einsatz von Chatbots, Sprachassistenten oder Apps in der Kundenkommunikation.

Von Letzteren berichtete auf der BEMD-Tagung Rolf Hartung, Marketingreferent bei den Stadtwerken Bochum. Dort testet man seit diesem Sommer das Sprachinterface Google Assistent in der Kundenkommunikation. Mit Service Bots lasse sich nicht nur die Customer Experience verbessern, sondern auch die Kundenkommunikation vereinheitlichen, so Hartung. Er geht davon aus, dass das Sprachinterface in Zukunft das führende Interface sein wird. Allerdings ist man auch in Bochum noch auf der Suche nach dem gewinnbringenden Einsatz der Sprachsteuerung. Am ehesten sieht Hartung hier weniger komplexe Anwendungen wie der übermittlung des Zählerstands oder die Anpassung von Abschlagszahlungen. Aber auch hier gilt es den Kunden nicht zu enttäuschen. Hartungs Erfahrung besagt: „Wenn es einmal schlecht funktioniert, macht man es kein zweites Mal.”

Für den Vorstandsvorsitzenden des BEMD und Chef der MVV-Tochter Soluvia Billing, Dietmar Sperfeld, ist es keine Frage, dass die Herausforderungen sowohl für die Energieversorger als auch für ihre Dienstleister steigen werden. „Insbesondere kleinere Unternehmen können sich nicht alleine in die neue Welt katapultieren, sondern sind auf Partner angewiesen”, sagte Sperfeld in Mannheim. Deshalb weitet der BEMD auch sein Angebot aus. Unter anderem will man Unterstützung beim Thema Fachkräfte anbieten, um die Herausforderungen bei der Akquise sowie der Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern zu meistern.

Im kommenden Jahr soll zudem die Marktübersicht über IT-Anbieter von Meter-to-Cash-Lösungen aktualisiert werden. Darüber hinaus ist im Bereich Usability gemeinsam mit dem Karlsruher KIT im Frühjahr 2019 eine Enduser-Befragung geplant. „Wir bündeln sehr viel Kompetenz, da unsere Mitglieder Lösungen nicht nur konsumieren, sondern auch selbst entwickeln”, sagte Sperfeld.

Die Stimme des mittlerweile knapp 50 Mitglieder zählenden Verbandes soll über Wachstum stärker werden. Dabei will man verstärkt auch größere Energieversorger ansprechen, die selbst auf breiterer Ebene Service-Leistungen erbringen und Interesse an einem Austausch haben. Dabei steht im Vordergrund, dass Neu-Mitglieder „vom Netzwerk und der Kompetenz der Energeimarktdienstleister profitieren können”.

 


 

BEMD Jahreskongress 2017

Meter 2 Cash – die Zukunft der Billingsysteme
Mehr Digitalisierung – niedrigere Kosten – schnellere Umsetzung – vererbte Systeme: Der Druck nimmt zu. Werden die Risse zu Brüchen?

In diesem Jahr hat der BEMD am 09.11.2017 in die Spielbank Hohensyburg zur Neuauflage des BEMD Jahreskongress zu dem Thema „Meter 2 Cash – die Zukunft der Billingsysteme“ eingeladen. Mit über 120 Teilnehmern – ein Großteil Vorstände, Geschäftsführer und andere Entscheider – konnte der BEMD mit der Unterstützung des Moderators Dr. Hermann Janning viele spannende und richtungsweisende Vorträge unter dem Motto „Tektonik“, das viele Referenten aufgriffen, präsentieren. In einer Mischung zwischen Praxis aus Energieversorgern (E wie Einfach) und Energiemarktdienstleistern (rku.it, Soluvia), die Anforderungen an die Billingsysteme der Zukunft formulierten, und analytischen Vorträgen von Hochschulinstituten (KIT, Uni Kopenhagen) und Beratern (AT Kearney, Natuvion, SGBB), die Themen wie Arbeitsorganisation, Folgen der Digitalisierung und weitere betrachteten, wurde ein vollumfängliches Bild des aktuellen Standes im Markt wiedergegeben. Eingerahmt wurde der 2. Jahreskongress von einer Vorabendveranstaltung (s.u.), einem Morning run sowie einer Abendveranstaltung, die ebenfalls sehr gut besucht war. Wie in der am Folgetag stattfindenden Mitgliederversammlung (s.u.) beschlossen wird der nächste BEMD Jahreskongress für November 2018 bereits geplant.



 


 

BEMD Jahreskongress 2016

Digitalisierung in der Energiewirtschaft
Wer nutzt die Chancen, wer erhält die Rendite?

Der erstmals vom BEMD veranstaltete Jahreskongress versprach – vor allem durch die vielen prominenten Referenten – einen fachlich guten Kongress und aufschlussreiche Diskussionen. Diese Erwartung wurde sogar übertroffen: Die Teilnehmer nannten die Auswahl der Referenten und Themen, insbesondere in der heutigen Vielfalt von Digitalisierungskonferenzen und –kongressen, auch in der Energiewirtschaft. „Hier wird mit Herzblut diskutiert, das habe ich so noch nicht erlebt, und ich war auf vielen Konferenzen“, so ein Teilnehmer.

Außerdem wurde die hervorragende Moderation des (ehemaligen VKU-Präsidenten) Dr. Janning inklusive gutem Zeitmanagement – trotz Feuer(fehl)alarm – sowie die gute Stimmung auf dem Kongress besonders positiv hervorgehoben. Die Podiumsdiskussionen und die Nähe zum Publikum sowie der intensive persönlichen Umgang stärkten das Networking untereinander, das auch die ausstellenden Unternehmen zufrieden stellte.

Klemens Gutmann (damaliger Vorstandsvorsitzender des BEMD) und Dirk Briese (Geschäftsführer des BEMD) zeigten sich mehr als zufrieden mit dem ersten BEMD-Jahreskongress. Mit derart guter Resonanz, so klaren Signalen und so viel positivem Feedback hatten beide nicht gerechnet. Die Herausforderung liegt nun darin, im nächsten Jahr an diese erfolgreiche Kongresspremiere anzuknüpfen. Die Branche darf gespannt sein auf das Programm des nächsten Jahreskongresses des BEMD, der sich Anfang November als exklusiver Termin der Branche etablieren wird.