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Kosten-Nutzen-Analyse Smart Metering: BEMD begrüßt „Rolloutszenario Plus“

31. Juli 2013, BEMD

Am 30.07.2013 wurden die Grundzüge der Kosten-Nutzen-Analyse Smart Metering im Bundeswirtschaftsministerium präsentiert. Der BEMD begrüßt den Vorschlag des „Rolloutszenario Plus“, bei welchem sowohl intelligente Messsysteme (bei einem Jahresverbrauch von über 6.000 kWh) als auch intelligente Zähler (bei einem Jahresverbrauch von weniger als 6.000 kWh) flächendeckend eingeführt werden sollen.

Die umfassende Einführung von Smart Metering stellt darüber hinaus die Basis für die Marktdurchdringung von neuen Geschäftsmodellen und die Schaffung von Smart Grids dar.

Transparenz für den Endkunden
Im Bereich der Großkunden können Verbraucher aufgrund der marktüblichen ¼-Stunden-Messung bereits einen optimierten Energieeinkauf planen sowie zielkunden(segment)spezifische Produkte anbieten. Um für die Endkunden eine höhere Transparenz des eigenen Energieverbrauchs gewährleisten zu können, sind unterjährige Verbrauchsinformationen notwendig – diese wird er zukünftig durch die vorgeschlagene Nutzung eines intelligenten Zählers erhalten. Hierzu bedarf es eines Displays, das den Kunden ihren Energieverbrauch transparent vor Augen führt, sodass sie diesen kontrollieren und bewusst durch eine Verhaltensänderung beeinflussen können. Der BEMD bewertet die Beibehaltung der 6.000 kWh-Grenze als positiv, da die zu erwartenden Einsparungen in Haushalten mit geringerem Verbrauch von anfallenden Messkosten überstiegen würden.
Dem Kritikpunkt Datenschutz bei der Messung und Abrechnung der Verbräuche wird bereits heute eine hohe Priorität durch Zählerhersteller und Dienstleister eingeräumt. Die Energiemarktdienstleister nehmen die bestehenden Bedenken ernst und werden sich auch weiter proaktiv einbringen, um die Privatsphäre der Verbraucher zu schützen.

Abschaffung der Standardlastprofile erforderlich
Voraussetzung für die Veränderung des Verbrauchsverhaltens in kostengünstige Lastverläufe ist die Unterstützung der Energieversorger, die den Endkunden lastvariable und tageszeitabhängige Tarife anbieten. Mittels geeigneter Produkte/Dienstleistungen kann der Endkunde somit unterstützt werden, Energie einzusparen. Energiemarktdienstleister können und wollen hier aktiv tätig werden, indem sie Energiesparpotenziale transparent aufzeigen. Insofern fordert der BEMD die Abschaffung der – derzeit noch bestehenden – Standardlastprofile (SLP), da sie nicht den exakten Energieverbrauch der Kunden widerspiegeln, auf der die Abrechnung für den Verbraucher basieren sollte.
Darüber hinaus wird durch die Einbauverpflichtung bei EEG- und KWK-Einspeisern bereits ab 0,25 KW die Integration der Erneuerbaren Energien und das Demand-Response (Lastmanagement) vereinfacht.

Energiemarktdienstleister unterstützen Energieversorger bei der Anpassung der Prozesse und erarbeiten passgenaue Lösungen, bspw. bei der Gestaltung von Tarifen, der Umsetzung der gesetzlichen Rahmenbedingungen und der Information der Endkunden.
Für die weitere Umsetzung des „Rolloutszenario Plus“ und den sich daraus ergebenden Vorteilen ist die zeitnahe Anpassung des Verordnungsrahmens (u. a. EEG, KWKG, StromNEV, AReg, Eichrecht sowie auf europäischer Ebene MID) erforderlich.

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