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Blockchain-Marktplatz Suncontract soll Europa erobern

25. April 2018, regio iT gesellschaft für informationstechnologie mbH

Ljubljana (energate) - Europa ist um eine Peer-to-Peer-Energiehandelsplattform reicher. Der auf Blockchain-Technologie basierende Marktplatz "SunContract" funktioniert über eine App und eigene Kryptowährung. Von Slowenien aus soll das Projekt nach zwei Jahren Aufbauarbeit die einzelnen internationalen Märkte erobern. Geschäftsführer von Suncontract ist Gregor Novak, der zugleich den Solarprojektierer Sonce Energija mit Sitz in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana führt. Bevor der Suncontract-Mitgründer Novak sich selbstständig machte, stand er unter anderem in Diensten des staatlichen Übertragungsnetzbetreibers Elektro-Slovenija (Eles). Suncontract richtet sein Augenmerk voll auf den Energiehandel zwischen Prosumern. Diese sollen sich online anmelden und dann vernetzen. Zum Start schloss Novak nach eigenen Angaben Verträge mit zehn Partnern, darunter neben privaten Erzeugern auch IT-Partner zum Thema Blockchain.

Wie bei anderen Handelsplätzen dreht sich bei Suncontract alles um ein Teilnehmer-Netzwerk, die sogenannte Suncontract-Community. Partner schließen sich über eine App entweder als Produzenten, Verbraucher oder eben Prosumer an. Abgewickelt werden die Transaktionen mit Hilfe des Blockchain-Fintech-Systems Ethereum und der dazugehörigen Kryptowährung Ether (ETH). Die Transaktionen werden in Form von Smart Contracts abgewickelt. Gehandelt wird die Energie über Suncontract-Coins (SNC). Diese virtuellen Münzen sind an den Ether gekoppelt. Ein Ether entspricht den Portalmachern zufolge 10.000 SNC. Damit ist ein SNC umgerechnet knapp 16 Cent wert. Nach Angaben von digitalen Handelsplätzen, die SNC führen, sind Stand April 2018 rund 120 Mio. dieser SNC im Umlauf.

"Geschäftsmodell wird weltweit nachgeahmt werden"

Noch steht Suncontract am Anfang. Einer der nächsten Schritte ist die Erweiterung des Einzugsgebietes der Plattform auf weitere Märkte in Europa. Entsprechend planen die Gründer "in den kommenden Jahren" 50 Prozent der Erlöse aus dem Handel mit SNC für weitere Entwicklung zu nutzen. 25 Prozent sind für das Marketing-Budget veranschlagt, 15 Prozent für operative Belange und zehn Prozent für rechtliche Belange, geht aus einem Whitepaper zu dem Projekt hervor. Daran, dass sich das Geschäftsmodell durchsetzt, hegt der Geschäftsführer der Plattform keine Zweifel: "Ein solches Geschäftsmodell wird zwangsläufig in der ganzen Welt nachgeahmt werden", so Novak. Schließlich eröffne es neue Möglichkeiten auf dem Retail-Energiemarkt. Ziel der Plattform sei es, den Energiehandel von Monopolen zu befreien und klassische Stromversorger überflüssig zu machen, konstatierte er.

Plattform soll auch Dienstleistungen anbieten

Neben dem reinen Energiehandel sollen Privathaushalte über Suncontract künftig auch ganze Solaranlagen und Wärmepumpen beziehen können, kündigte er an. Außerdem planen die Macher der Plattform ein Portfolio an Dienstleistungen rund um den Energiehandel aufzubauen, etwa Messdienstleistungen oder das Management von Microgrids. Geplant ist dies laut dem Whitepaper für die Zeit zwischen 2019 und 2021. Auch in Deutschland gibt es einige Projekte rund um den digitalen Blockchain-Energiehandel zu dezentraler Erzeugung. So entwickeln etwa die Allgäuer Überlandwerke den Marktplatz "Pebbles". Ein vergleichbares Forschungsprojekt der Stadtwerke-Aachen-Schwester Regio IT heißt "Rheinlandstrom".

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